“Canepädagogik dient der Arbeit mit verhaltensauffälligen, beziehungsgestörten Kindern und Jugendlichen, zu denen der Zugang aufgrund ihrer Biographie auf normalem Wege (z.B. Beratung) erschwert oder gar unmöglich geworden ist. Kinder, die gelernt haben, niemandem zu vertrauen, sich nur auf ihre Fäuste zu verlassen und jedem Problem mit Gewalt oder Flucht zu begegnen, sind nicht nur für Erzieher und Therapeuten eine (oft zu) große Herausforderung, sondern stellen sich selbst und ihr Umfeld vor immer größere Probleme.

Gemäß § 1 Abs. 1 KJHG hat aber jeder junge Mensch das Recht auf die Förderung seiner Entwicklung und auf die Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Um verhaltensauffälligen Kindern, die eben nicht eigenverantwortlich oder gemeinschaftsfähig und darüber hinaus selten förderungs- oder erziehungswillig sind, zu ihrem Recht zu verhelfen, bedarf es einer speziellen und gezielten pädagogischen Unterstützung, die es ihnen ermöglicht, die ihnen angebotene Hilfe annehmen zu können.“

(Canepädagogik - Hilfe zur Erziehung mit dem und durch den Hund ISBN 978-3-8442-0708-8)


Die hundgestützte offene Jugendarbeit hingegen beschränkt sich nicht nur auf diese Zielgruppe. Sie bezieht alle Kinder und Jugendliche, deren Freunde, Bekannte, Eltern usw.(auch ohne besondere Verhaltensauffälligkeiten),welche eine offene Freizeiteinrichtung besuchen, mit ein. Das bedeutet, dass jeder Mensch, der die Jugendfreizeiteinrichtung besucht zur Zielgruppe gehören kann. Als Beispiel sei hier ein muslimischer Vater genannt, der die Einrichtung besucht weil er seinen Sohn etwas ausrichten möchte. Dieser Vater gehört insoweit zur Zielgruppe, dass bei ihm mindestens eine Akzeptanz hinsichtlich der Anwesenheit des Hundes geschaffen werden muss, damit der Sozialpädagoge mit seinem Sohn arbeiten kann.