Der Einsatz von Tieren in der therapeutischen Arbeit ist nicht neu. Schon vor mehr als 100 Jahren wurden Tiere zur Unterstützung der therapeutischen Arbeit eingesetzt. Sie konnten den Menschen das Gefühl gebraucht zu werden vermitteln und ihnen zugleich eine Bestätigung von verfügbaren Kompetenzen geben. Tiere konnten aber auch Nähe, Akzeptanz ohne Bewertung oder Abwertung vermitteln, sowie Freude am Spiel auslösen.

“In Deutschland wird schon 1867 von Bethel als einer "Institution ohne Mauern" gesprochen, als einem natürlichen Lebensraum für Menschen mit neurologischen und psychischen Erkrankungen, in dem Tiere ebenso wie Pflanzen und Menschen integriert waren. - Im Zweiten Weltkrieg (1942) errichtete das Army Air Corps in Pawling, USA, ein Convalescent Hospital, das Möglichkeiten zur Erholung von Kriegsverletzungen und zur Aufarbeitung von psychischen Traumen bot. Ein Teil des therapeutischen Programmes sah das Arbeiten mit Nutz- und Wildtieren vor. In vielen psychiatrischen und sozialpädagogischen Institutionen wurden Erfahrungen mit positiven Therapieeffekten gesammelt, die bis heute Therapeuten überzeugen.“

(vgl. Erhard Olbricht, http://www.tiergestuetzte-therapie.de/texte/referate/olbrich/olbrich1.htm)

Der amerikanischen Psychologen und Kindertherapeuten Boris Levinson befragte „ 435 Kolleginnen und Kollegen, ob sie schon einmal Tiere als therapeutische Helfer eingesetzt hätten. Und etwa ein Drittel seiner amerikanischen KollegInnen antwortete bejahend. - Im Jahr 1970 führte dann Ethel WOLF im Auftrag der Humane Society in Denver einen "Survey of Use of Animals in Psychotherapy" in den gesamten Vereinigten Staaten von Amerika durch. 48 % der Befragten, so fand sie, setzten Tiere gelegentlich einmal und "irgendwie" therapeutisch ein.

Das Ehepaar CORSON (1975) gab damals eine einfache, aber sehr beachtenswerte Erklärung der positiven psychischen und sozialen Effekte von Tieren: "Im Grunde geht es bei der Tiergestützten Therapie darum, ein unbedrohliches, liebevolles Heimtier als Katalysator für die Entwicklung adaptiver und zufriedenstellender sozialer Interaktionen einzuführen. Der Patient setzt sich häufig durch nonverbale und taktile Interaktionen positiv in eine Beziehung zum Tier. Dieser Kreis sozialer Interaktionen weitet sich dann allmählich aus ...“

(vgl. Erhard Olbricht, http://www.tiergestuetzte-therapie.de/texte/referate/olbrich/olbrich1.htm)