Als Initiator der hundgestützten offenen Jugendarbeit, meiner Rolle als Leiter einer Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung und als Trainer und Geschäftsführer der mobile Hundeschule Berlin bin ich verständlicher Weise nicht unbefangen. Jedoch möchte ich hier auf einige Gefahren hinweisen und die hundgestützte offene Jugendarbeit, soweit es mir möglich ist, kritisch betrachten.

Ein Hund in einer offenen Jugendfreizeiteinrichtung darf nicht dem Selbstzweck dienen. Das bedeutet, nur weil der Sozialpädagoge einen Hund besitzt und er während der Arbeitszeit das Tier nicht alleine zu Hause lassen möchte, er es in die Einrichtung mitbringt. Wie oben erwähnt, muss das Tier bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit es für den Einsatz geeignet ist und keine Gefahr für die Besucher darstellt.

Ein Tier, welches potentiell einen Menschen töten kann, bedarf der ständigen Aufsicht des Hundebesitzers. Er muss in der Lage sein, die Körpersprache des Hundes zu verstehen und angemessen reagieren können.

Die oben beschriebenen therapeutischen Effekte durch den Hund können nur dann entstehen, wenn der Sozialpädagoge zusammen mit seinem Partner Hund handelt. Sie müssen ein Team sein. Der Hund ist nicht der Ersatz des Sozialpädagogen.

Die hundgestützte offene Jugendarbeit kann nur eine von vielen unterschiedlichen Methoden sein. Sie ist als eine Methode zu verstehen, die jedoch bei bestimmten Kindern und Jugendlichen und bei bestimmten Verhaltensauffälligkeiten eher zum Erfolg führt.

Bei der Anwendung der hundgestützten offenen Jugendarbeit muss immer davon ausgegangen werden, dass es zur Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen kommen kann. Es herrschen in der Gesellschaft sowohl begründete, als auch unbegründete Vorurteile gegenüber Hunden. Daher kann es dazu kommen, dass Kinder oder Jugendliche die Einrichtung schon im Vorfeld meiden oder, dass ihnen der Besuch durch die Eltern verboten wird.