Tiergestütze Therapie

„Tiergestützte Therapie (auch Animal Assisted Therapy, AAT) ist nicht etwa eine neue Therapieform. Tiergestützt können viele der praktizierten Formen der Therapie genannt werden, sofern sie in irgendeiner Art Tiere in den therapeutischen Prozeß einbeziehen. Das gilt für somatische Therapien ebenso wie für soziale oder Psychotherapien. Das gilt natürlich auch für Mischformen, etwa für psychosomatische oder Therapien der sozialen Psychosomatik. Die Grenzen zwischen Tiergestützter Therapie und Tiergestützten Aktivitäten (Animal Assisted Activities, AAA) sind fließend. Die Art des Einbezuges von Tieren ist sehr unterschiedlich. Sie reicht (1) von der weitgehenden Kontrolle des Tieres durch den Menschen, der es mit seinen besonderen Fähigkeiten nutzt oder einsetzt, um für sich selber bestimmte Leistungen zu ermöglichen, über (2) den Aufbau und die Förderung von sozio-emotionalen Beziehungen zum Tier bis (3) hin zur Be-Achtung des Tieres als eines Gefährten aus einer anderen Spezies.“

(vgl. Erhard Olbricht, http://www.tiergestuetzte-therapie.de/texte/referate/olbrich/olbrich1.htm)


Canepädagogik

„Der Begriff Canepädagogik bedeutet Pädagogik mit dem und durch den Hund. Er ist ein Neologismus und leitet sich von dem lateinischen Wort für Hund (Canis) ab. Die Endung "e" entspricht dem Ablativ und steht für das "mit" bzw. "durch".

Während Pädagogik als Wissenschaft der Bildung und Erziehung (vgl. KöCK/OTT, 519) heute oftmals den Schwerpunkt auf die Bildung (z.B. Schule) legt, fokussiert Canepädagogik den Bereich der Erziehung. Sie will Kinder in erster Linie wieder erziehungsfähig und -willig machen, sie in die Gemeinschaft integrieren, um dann mittelbar auch Bildung zu ermöglichen.“

(Canepädagogik - Hilfe zur Erziehung mit dem und durch den Hund ISBN 978-3-8442-0708-8)


Anmerkung: ich möchte mich eindeutig von dem o.g. distanzieren da jeder Mensch veränderbar und somit erziehungsfähig ist.

Hundgestützte offene Jugendarbeit

Der Begriff hundgestützte offene Jugendarbeit beinhaltet sowohl Aspekte der Tiergestützten Therapie, als auch der Canepädagogik. Sie grenzt sich von der Tiergestützten Therapie insoweit ab, dass sie zwar therapeutische Effekte beim Kind und/oder Jugendlichen erzielen kann, jedoch der Prozess nicht im ursprünglichen Sinne als Therapie zu verstehen ist. Grund dafür ist die Tatsache, dass die hundgestützte offene Jugendarbeit von einem professionellen Sozialpädagogen geleitet wird und dieser nicht als Therapeut fungieren kann. Des Weiteren beschränkt sich die hundgestützte offene Jugendarbeit nur auf den Hund und nicht auf Tiere im Allgemeinen.

Die Abgrenzung zwischen der hundgestützten offenen Jugendarbeit und der Canepädagogik besteht darin, dass wie im folgendem zu bemerken ist, der Hund nicht als einziges Zugangsmittel zum Kind oder Jugendlichen verstanden wird, sondern im Kontext eines Konzeptes anzusehen ist, indem der Hund eine dem Sozialpädagogen unterstützenden Rolle einnimmt. Die Erfolge beim Kind und/oder Jugendlichen könnten auch ohne Hund erreicht werden, jedoch würden diese erst nach einer wesentlich späteren Zeit ersichtlich werden. Die hundgestützte offene Jugendarbeit ist also als eine von vielen Methoden, welche in der offenen Jugendarbeit angewandt wird.